Fananwälte warnen vor Fan-Repressionen zur EM

Pressemitteilung vom 31.05.2024 zum Saisonbericht des Dachverbands

Mit Interesse hat die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte die Veröffentlichung des Saisonberichts des Dachverbandes der Fanhilfen verfolgt. Dieser Saisonbericht ist der Beleg für eine Entwicklung, die auch wir in unserer täglichen Arbeit erleben. Offensichtlich im Zusammenhang mit der bevorstehenden EM werden Repressionen gegen Fußballfans erhöht und Grundrechte eingeschränkt. Wenn Philipp Lahm als Organisationschef des DFB davon spricht, dass mit der EM wieder vermehrt westliche Werte wie Freiheitsrechte vermittelt werden sollen, lässt dies viele Fans fraglos zurück. Denn die Einschränkungen von Grundrechten wie Art. 5 oder Art. 11 GG sind seit langem Praxis in der Behandlung von Fans. Wenn dann durch die Bundesinnenministerin stets Fans in einem Atemzug mit Terrorabwehr genannt werden, ist sämtliche Verhältnismäßigkeit verloren.

Die AG Fananwälte fordert die Politik auf, endlich die versprochenen Reformen im Umgang mit Fußballfans umzusetzen. Ermittlungsbehörden und Verbände müssen wieder zu einem erträglich Maß in der Behandlung von Fußballfans zurückzukehren. Die EM darf nicht Anlass zur dauerhaften Einschränkung von Rechten dienen, sondern muss Anfangspunkt sein, wieder zu rechtsstaatlichem Handeln zurückzukehren.

Berlin, 31.05.2024

Pressemitteilung vom 31.05.2024